Imperium, Robert Harris

Millionen Jungen und Mädchen erinnern sich mit leidvollem Ausdruck im Gesicht an ihren Latein Unterricht in der Schule. (Ich leider auch ;-) konnte es aber erfolgreich abwählen)

Es ist daher kaum vorstellbar, dass um die Person des wohl am meisten zitierten Staatsmannes, Politikers und Philosophen der römischen Antike ein spannender und hochinteressanter Roman entstehen könnte. Aber genau das ist dem Briten Robert Harris gelungen. Der Autor entscheidet sich dabei für eine geschickte Erzählperspektive, indem er sich einer ebenfalls historischen Person, Ciceros Sklaven Tiro bedient, der dem Leser die ersten Jahre des sozialen und politischen Aufstieges seines Herrn vom jungen Senator und Anwalt bis zum Ankläger im o.g. Prozess gegen den sizilianischen Stadthalter Gaius Verres schildert.

Was sich zunächst wie eine dröge Geschichtslektion anhört, verwandelt Robert Harris in einen wundervoll geschriebenen und interessanten Roman über die menschliche Natur, der ständige innere Konflikt zwischen Idealismus und Streben nach Macht . Dass Cicero politisch und geistesgeschichtlich einen großen Einfluss auf die Nachwelt ausgeübt hat, leugnet Harris ebenso wenig wie die Tatsache, dass er als Person äußerst umstritten war.

Selbst aus ärmlichen Verhältnissen kommend, scheint dem jungen Karrieristen Cicero nichts wichtiger zu sein, als ein rascher gesellschaftlicher und politischer Aufstieg. Dabei scheut er auch vor Intrigen, die vermeintliche Gegenspieler gesellschaftlich und politisch ruinieren, nicht zurück. Dem Leser wird dies alles mit einer bewundernswerten Leichtigkeit vorgeführt, indem der Autor sowohl komplexe historische Zusammenhänge verständlich in die Handlung einfließen lässt und es zudem schafft, die Erinnerungen an langweilige Geschichtsstunden in der Schule komplett vergessen zu machen. Die Bezüge zum heutigen politischen Geschehen sind dabei beabsichtigt.



[Bitte einloggen oder registrieren um Links zu sehen.]
ISBN: [Bitte einloggen oder registrieren um Links zu sehen.]