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  1. #1
    tardi
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    Saliya Kahawatte - Mein Blind Date mit dem Leben

    Ein Mann, der seinen Weg geht, ohne ihn wahrhaftig sehen zu können? Das wollte ich genauer wissen. So griff ich zu dem Buch „Mein Blind Date mit dem Leben“ von Saliya Kahawatte.

    Das Buch handelt nicht, wie das Cover vorgeben mag, von dem Film über das Leben dieses Mannes, sondern ist seine persönlich erzählte Biographie.
    Wer „Ziemlich beste Freunde“ kennt, wird das Konzept wiedererkennen.
    Es gibt zum Einen den wahrscheinlich lustig aufgepeppten Film über das reale Ereignis. (Ich habe ihn nicht gesehen).
    Auf der anderen Seite gibt es die Biographie ohne Situationskomik und Übertreibung.
    Dieses Buch ist also Letzteres: Kahawattes persönliche Erzählung mit Einblicken in seine Gedanken- und Gefühlswelt.

    Kahawatte wechselt locker zwischen Damals und Heute. Wir erfahren von seiner Kindheit und seinem sehr von sich eingenommenen, herzlosen Vater und von seiner liebevollen deutschen Mutter, die ihm ein Halt war.

    Kahawatte selbst ist ein tougher Mensch, der seine Grundsätze hat. Dazu gehört durchaus auch sich von Menschen zu trennen, die ihn herunterziehen.
    Das macht ihn auf der einen Seite sehr hart, aber auf der anderen Seite ist es nur seine Konsequenz, die sich darin ausdrückt. Eine Eigenschaft, ohne die er als Sehbehinderter niemals so weit gekommen wäre, wie seine Vitae es ausdrückt, die kaum ein Nicht-Behinderter vorweisen kann.
    Schicksalsschläge wie eine Schwere Krankheit und Hüftprobleme können ihn nicht aufhalten sich immer weiter zu entwickeln.
    Durch harte Arbeit und mit der Hilfe vieler Freunde, die ihm vorlasen, hat er sich durchs Abitur auf dem Regelgymnasium gekämpft. Beruflich hat er sich auch immer durch Auswendiglernen weitergebildet, sodass er in seinem Beruf bestehen konnte. Seinen Lehrmeistern und Chefs hat er meist nichts von seiner Sehbehinderung erzählt. Zu sehr fürchtete Kahawatte, dass er dann nicht eingestellt würde. Hatte er erst einmal einen Job, erklomm er aber innerbetrieblich oft die Erfolgsleiter.

    Interessant waren auch die Einblicke in Kahawattes ayurvedische Ernährung, die ihm seine Indonesische Oma nahegebracht hat. Auch der Buddhismus wird immer mal wieder angesprochen.
    Dieses Buch möchte aber niemanden bekehren auf eine bestimmte Art und Weise durchs Leben zu gehen, dennoch haben mich die Beschreibungen begeistert. Buddhismus, Meditation und Gespräche mit seinem Inneren - Alles Dinge, die ihn zu dem gemacht haben, was er heute ist.
    Exzesse in die Drogen und Alkoholsucht hat er durch seine Willenskraft, die Meditation, Disziplin und psychologische Hilfe überwunden. Seine Erkrankung meisterte er mit seiner positiven Einstellung.

    So bleibt einem nur die Bewunderung für einen Menschen, der trotz Krebserkrankung und immer weiter fortschreitender Sehbehinderung und dem von ihm gewählten Lebensweg.
    Heute ist Kahawatte Coach und hilft Unternehmen sich besser zu organisieren und den Mitarbeitern ihr Potenzial auszuschöpfen.

    Mein Fazit:
    Das Buch ist lebensbejahend. Kahawatte ist bewundernswert und er kann eine Motivation für Behinderte sein, immer an sich zu glauben und den eigenen Weg zu gehen.
    Geändert von tardi (20.01.17 um 08:49 Uhr)
    Thanks hamlok, Martina Schein, Ilikebooks hat/haben sich bedankt